KLIMZUG-NORD: Sommertrockenheit und Landwirtschaft

Mit prognostizierter zunehmender Sommertrockenheit ist auch die Landwirtschaft auf der Suche nach alternativen Pflanzensorten. Besonders nach solchen, die sich besser an saisonale Trockenheiten anpassen und die zu erwartenden Ertragsverluste ausgleichen können. Die Hirseart Teff kann sich nicht nur an verschiedene Standortbedingung anpassen, sondern ist insbesondere aufgrund seiner Inhaltsstoffe eine spannende Alternative zu herkömmlichen Getreidearten.

KLIMZUG-NORD: Sommertrockenheit und Landwirtschaft

Besonders geeignet für trockene Standorte ist die bereits 3000 v. Chr. angebaute Pflanze Eragrostis tef, auch kurz Teff genannt. Teff ist ein Getreide aus der Familie der Süßgräser (Poaceae) und wird auch als Zwerghirse bezeichnet. Es wird als Nahrungsmittel und als Viehfutter in Afrika und dort hauptsächlich in Äthiopien genutzt. Das interessante an Teff sind seine Inhaltsstoffe. Zuerst einmal ist es glutenfrei und damit für Allergiker, die auf Gluten reagieren (Zöleakie), von Bedeutung. Darüber hinaus enthält es viele wertvolle Inhaltsstoffe wie einen erhöhten Anteil an Eisen, Calcium und anderen essentiellen Mineralstoffen aber auch Aminosäuren, die Teff für Ausdauersportler interessant machen. Ob Teff eine Alternative für hiesige Anbaubedingungen sein kann, dies untersucht die Landwirtschaftskammer Niedersachsen im Rahmen des Verbundvorhabens KLIMZUG-NORD, in der Versuchsstation für Acker- und Pflanzenbau in Hamerstorf im Landkreis Uelzen. Hier stehen vor allem anbautechnische Fragestellungen im Vordergrund: 

  • Wie ist die Aussaat der sehr kleinen Samenkörner möglich?
  • Wie kann Lagerneigung (Umknicken der Halme) vermieden werden?
  • Welche Erntetechnik ist am effizientesten?

Die erste Aussaat wurde im Mai 2010 durchgeführt. Welche regionalen Vermarktungswege und mögliche Weiterverarbeitungen zur Verfügung stehen, wird ein weiterer Bestandteil zur Etablierung von Teff sein. Hierzu wird im engen Austausch mit der Bauckhof Mühle aus der Region zusammengearbeitet. Ob Teff Zugang auf den deutschen Markt findet und demnach auch von landwirtschaftlichen Betrieben angebaut wird, entscheidet letztlich der Verbraucher. Es bleibt abzuwarten, unter welchen Bedingungen Teff angebaut werden kann und ob es als eine Anpassungsstrategie an den Klimawandel seinen Weg in die landwirtschaftliche Praxis findet.

(Quelle: KLMZUG-NORD Newsletter 2/2010; Foto Teaser: Rosel Eckstein/www.pixelio.de; Foto im Text: LWK Niedersachsen)