Klimawandel: Neue Gefahr durch Zecken und Mückenstiche?

Stechmücken und Zecken können bedingt durch den Klimawandel ein neues Krankheitsrisiko für den Menschen bedeuten. Um mehr über die Beziehung zwischen Klimaveränderungen und dem Auftreten von Krankheiten wie Borreliose und der Frühsommer-Menigoenzephalitis (FSME) zu erfahren, stehen die Mücken und Zecken in Nordehessen unter besonderer Beobachtung des Forschungsprojektes MüZe.

Beobachtung und Untersuchung von Mücken und Zecken durch das Forschungsprojekt MüZe und die nordhessische Bevölkerung

Von Freiwilligen gesammelte Zecken

Die Hochschule Fulda führt zurzeit im Rahmen des KLIMZUG-Nordhessen-Verbundes in verschiedenen nordhessischen Landkreisen ein wissenschaftliches Projekt mit dem Titel "Implementierung eines Programms zum Monitoring von Zecken- und Mückenvektoren in Nordhessen (kurz: MüZe)" durch. Mit diesem wird geprüft, ob Stechmücken und Zecken - bedingt durch den prognostizierten Klimawandel - ein neues Krankheitsrisiko für die nordhessische Bevölkerung darstellen.
Der besondere Ansatz dieses Projektes liegt dabei in der engen Einbeziehung der regionalen Bevölkerung in die Forschung, da die Beobachtung von Mücken und Zecken nach und nach von der Bevölkerung selbst übernommen werden soll. Ermittelt wird zum einen, wie es um die derzeitige Verbreitung humaner Krankheitserreger in Stechmücken und Zecken in Nordhessen bestellt ist. Zum anderen wird der Frage nachgegangen, ob mit Hilfe der regionalen Bevölkerung ein Überwachungssystem und ein Vorhersagemodell entwickelt werden können, welche bessere Aussagen über eine zeitlich-räumliche Beziehung zwischen dem Klimawandel und dem Auftreten von Krankheiten wie Borreliose und der Frühsommer-Menigoenzephalitis (FSME) in Nordhessen erlaubt und somit der Prävention dient. Ausgehend von einer direkten Beteiligung von interessierten Laien, die als Multiplikatoren eine Vervielfältigung des Wissens über von Mücken und Zecken übertragene Krankheiten weiter tragen, kann dann eine Sensibilisierung der Bevölkerung insgesamt stattfinden. Dies wiederum könnte sich als nachhaltige Anpassungsmaßname an veränderte Infektionsrisiken erweisen.

Die Projektregion Nordhessen

Das Sammeln der Zecken wird derzeit hauptsächlich im Landkreis Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner-Kreis sowie der Stadt Kassel durchgeführt. Im Werra-Meißner-Kreis wie auch im Schwalm-Eder-Kreis und im Landkreis Hersfeld-Rotenburg wurden 2010 außerdem jeweils eine Mückenfalle aufgestellt. Diese dienen neben dem Fang heimischer Arten dazu, ein Vorhandensein von Neozoen wie die Asiatische Tigermücke zu prüfen, die bei fortschreitendem Klimawandel Infektionskrankheiten auf den Menschen übertragen können.

Unterstützung in ihrer Arbeit finden die Forscher durch die Klimaanpassungsbeauftragten der beteiligten Landkreise, die ebenfalls Teil des KLIMZUG-Nordhessen-Verbundes sind.
(Text: Dr. Bornholdt / Schmidt; Foto: Volker Schmidt)

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