Die Temperaturen der vergangenen Tage haben einmal mehr gezeigt: Die thermische Belastung insbesondere in städtischen Gebieten ist bei steigenden Temperaturen immens. Lesen Sie, wie im REGKLAM-Teilmodul "Städtebauliche Strukturen" Strategien und Maßnahmen zum Umgang mit häufigeren Hitzeperioden als eine Folge des Klimawandels entwickelt werden.
REGKLAM: Städtebauliche Struktur und thermische Belastungen
Die Häufigkeit extremer Hitzeereignisse - wie zuletzt im "Rekordsommer" 2003 - wird in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich zunehmen. Besonders städtische Siedlungsräume werden stark davon betroffen sein. Es werden also Strategien zum Umgang mit solchen Belastungen benötigt. Die Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels in Städten ist deshalb eine wichtige Aufgabe der Planung und ein wachsendes Forschungsfeld.
Im REGKLAM-Teilprojekt 3.1.2 "Grün- und Freiflächen, städtebauliche Strukturen, biometeorologische Effekte" wird untersucht, welche städtisch geprägten Bereiche in der Modellregion besonders stark von thermischen Belastungen betroffen sind und wie deren negative Auswirkungen abgemildert werden können. Es werden Instrumente und Methoden erarbeitet, die zu einer klimaangepassten Entwicklung der Siedlungsstruktur beitragen können. Die Ergebnisse sollen so aufbereitet werden, dass über kommunale Informationssysteme darauf zugegriffen werden kann, um dadurch Verwaltungsabläufe und Planungsprozesse zu unterstützen.
Dazu wird zunächst der Frage nachgegangen, welche Siedlungsbereiche und -strukturen einer Stadt stark von Hitzebelastungen betroffen sind. Dies geschieht mit Hilfe von Satellitendaten und meteorologischen Messungen. Außerdem werden die Stadtteile bestimmt, in denen die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen (z. B. ältere Menschen und Kleinkinder) in hoher Anzahl vertreten sind. Dadurch sollen Gebiete identifiziert werden, in denen die Belastung durch städtklimatische Veränderungen besonders hoch ist.
Darüber hinaus werden Techniken zur Identifizierung der Auswirkungen von Grün- und Freiflächen auf das Stadtklima, insbesondere auf die Temperatur und das Bioklima, erarbeitet. Eine wichtige Rolle spielt dabei sowohl die räumliche Anordnung solcher Flächen als auch ihre Ausstattung hinsichtlich ihres Grünvolumens oder ihrer Artenzusammensetzung. Weiterhin wird ermittelt, wie der Bestand an Stadtbäumen besser an den erhöhten Wasser- und Hitzestress angepasst werden kann. Dabei müssen die Gestaltung und Pflege von Grünflächen, die Baumartenwahl und die Bewässerung berücksichtigt werden.
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Sebastian Hoechstetter
Leibniz-Institut für ökologische
Raumentwicklung e. V. (IÖR)
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E-Mail: s.hoechstetter@ioer.de
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(Quelle: REGKLAM Steckbrief "Grün- und Freiflächen, städtebauliche Strukturen, biometeorologische Effekte", Foto Artikel: J. Planek; Foto Teaser: norbert_roemers/www.pixelio.de)