Die Klimamodelle zeigen für die Zukunft eine große Bandbreite an möglichen Klimazuständen auf. Diese Unsicherheit bei der Einschätzung zukünftiger Entwicklungen erfordert Flexibilität im Umgang mit dem Hochwasserrisiko. In KLIMZUG-Nord werden entsprechende Techniken zur Anpassung entwickelt.
Über den bisher praktizierten Deichbau hinausgehend wird unter sich ändernden klimatischen Bedingungen der Schutz von Gebäuden und Infrastruktur im Deichhinterland notwendig, um bei dem künftig nicht mehr auszuschließenden Versagen von Deichen einen wirksamen Katastrophenschutz vorweisen zu können. Bisher beschränkt sich in dieser Situation die Abwehrstrategie auf die Jahrhunderte alte Sandsack-Technik. Wie das Elbe-Hochwasser von 2002 gezeigt hat, allerdings mit wenig Erfolg. Neuere und bessere Techniken, wie z.b. mobile Wände, die in Fenster, Türen und weiteren Gebäudeöffnungen schnell eingebaut werden können und eine zuverlässige Abdichtung des Gebäudes bis zu ca. 1,0 m ereichen, sind am Markt bereits verfügbar (s. Bild). Sie werden allerdings bisher nur wenig vom Katastrophenschutz und der Bevölkerung angenommen. Im Rahmen von KLIMZUG-Nord soll daher diese innovative Technik der Hochwassersicherung von Gebäuden durch mobile Wände erprobt, weiterentwickelt und deren Akzeptanz durch die Behörden und Bevölkerung verbessert werden. 

Gebäudewand mit aufblasbaren Kissen zur Abdichtung von Tür- und Fensteröffnungen, aufgenommen von der Vorderseite (rechts) und Rückseite (links).
(Quelle: Praxisbeispiel von Prof. Dr.-Ing. Pasche in: Mahammadzadeh, Mahammad/Wiesweg, Maik (2010): KLIMZUG - Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten. In: HyWa - Hydrologie und Wasserbewirtschaftung, 54. Jg. 2010, H. 1, S. 47-51.)