Die maritime Wirtschaft in Schleswig-Hoslstein und Mecklenburg-Vorpommern zählt mit rund 75.000 Beschäftigten und einem jährlichen Umsatz von rund 13 Mrd. € zu den bedeutendsten Wirtschaftsbereichen in der Region. Dabei sind die umsatz- und beschäftigungsstärksten Branchen die Seeschifffahrt, der Schiffbau einschließlich maritimer Ausrüstungen, der maritime Tourismus und die Hafenwirtschaft.
Auch diese Branchen werden von den Auswirkungen des Klimawandels und Extremwetterereignissen nicht verschont bleiben. Daher untersucht das Verbundprojekt RADOST im Rahmen eines regionalen Dialogprozesses die Auswirkungen des Klimawandels auf Häfen und maritime Wirtschaft entlang der deutschen Ostseeküste. Insbesondere für die Hafengesellschaften besteht angesichts der Veränderungen von Wasserständen,Wellengang, Strömung, Sedimenttransport und einer möglichen Verlagerung von Güter- und Passagierströmen ein besonderer Anpassungsbedarf. Gemeinsam mit Akteuren der Hafenwirtschaft wird daher ein mittel- bis langfristiges Anpassungskonzept entwickelt, das diesen Anforderungen Rechnung trägt. Damit soll sichergestellt werden, dass langfristige Investitionen in Hafen- und Infrastrukturanlagen die mit dem Klimawandel verbundenen Risiken und Chancen angemessen berücksichtigen. Im Anwendungsprojekt "Anpassungsstrategie für den Lübecker Hafen" werden unter anderem die Auslegung der Hafenanlagen, des Hochwasserschutzes, der Sicherheitseinrichtungenund Notfallpläne analysiert. Darauf aufbauend wird eine konkrete Anpassungsstrategie entwickelt, die beispielsweise zusätzliche Hochwasserschutzanlagen oder auch veränderte Sicherheitsauflagen für Schiffe und Hafenbauwerke vorsehen könnte. Elemente dieser Anpassungsstrategie sollen auch auf andere Häfen übertragbar sein.
jesko.hirschfeld@ioew.de
Foto: LHG/ZDS